Bericht in der Laborpraxis
Geruchsverursacher direkt am Wasserhahn nachweisen
Französische Forscher haben auf Basis der lösemittelfreien Stir Bar Sorptive Extraction (SBSE) einen neuartigen Passivsammler entwickelt und patentieren lassen, mit dem sich Geruchsverursacher im Trinkwasser unmittelbar am Wasserhahn unter Alltagsbedingungen anreichern lassen. Thermische Extraktion, Identifikation und Qualifikation der angereicherten Komponenten erfolgt automatisiert mittels Thermodesorptions-GC/MS. Die Fachzeitschrift LaborPraxis berichtet darüber in der Ausgabe November 2009.
In vielen Fällen genügen bereits Konzentrationen der gelösten Bestandteile im Sub-ng/L-Bereich, um die sensorische Qualität von Trinkwasser negativ zu beeinflussen. Trinkwasserversorger sind daher bemüht, die Ursachen für Fehlgeschmack oder Fehlgeruch zu identifizieren und möglichst auch zu eliminieren. Das ist nicht nur aufgrund der geringen Konzentrationen eine anspruchsvolle Aufgabe: Je nach Quelle der Verunreinigungen treten die Effekte nicht dauerhaft auf und sind durch eine einmalige Probennahme schwer zu erfassen.
Forscher von Veolia, einem der größten Trinkwasserversorger weltweit, haben einen neuartigen Passivsammler auf der Basis der SBSE mit dem GERSTEL-Twister entwickelt. Dieser Passivsammler, der mehrere Twister beinhaltet, wird direkt am Wasserhahn angeschlossen und während der normalen Verwendung durchspült. In Spuren gelöste Stoffe werden über einen längeren Zeitraum effektiv angereichert und können anschließend durch Thermodesorptions-GC/MS der eingesetzten Twister charakterisiert werden.
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LaborPraxis 11/2009, S. 28-30 |


