Bericht in der LaborPraxis

Aminosäuren voll automatisiert in
biologischen Matrices analysieren

Mitte des letzten Jahrhunderts kamen Experten auf die naheliegende Idee, durch Bestimmung der Aminosäurenkonzentration Stoffwechselerkrankungen zu diagnostizieren, da sie an vielen wichtigen Stoffwechselvorgängen beteiligt sind. Die Gaschromatographie verbunden mit der Massenspektrometrie (GC/MS) bietet ideale Voraussetzungen zur quantitativen Bestimmung von Aminosäuren in biologischen Matrices. Wie effizient die Analytik ist, hängt nicht zuletzt von ihrem Automatisierungsgrad ab.

Aminosäuren sind für Mensch und Tier gleichermaßen wichtig, können jedoch nur in begrenztem Umfang vom Organismus produziert werden. Alle für Menschen essenziellen, das heißt lebensnotwendigen Aminosäuren müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Aminosäuren sind am Aufbau der Proteine beteiligt und erfüllen darüber hinaus eine Vielzahl weiterer Funktionen im Organismus. Die Aminosäure Tyrosin etwa wird zu Katecholamin umgewandelt, also in ein Hormon, das anregend und stabilisierend auf das Herz-Kreislaufsystem wirkt. Glutamat wiederum dient als Neurotransmitter zur Übertragung neuronaler Signale.

Zur Bestimmung von Aminosäuren in biologischen Proben kommen häufig kommerzielle Aminosäurenanalysatoren zum Einsatz. Ihr Funktionsprinzip basiert auf der Kationenaustausch-Chromatographie mit Nachsäulenderivatisierung und UV-Detektion. Nachteil dieser Methode ist ihr enorm hoher Zeitaufwand. Als attraktive weil effiziente Alternative empfiehlt sich die Gaschromatographie mit massenselektiver Detektion (GC/MS), wobei die Aminosäuren mittels Chlorameisensäurepropyl-ester in flüchtige und damit GC-gängige Derivate umgesetzt werden.

LaborPraxis 6/2009, S. 32-34