1972: Photoreaktor der
GERSTEL Labormechanik

1970-1979

1970

Elektrotechnik ergänzt Feinmechanik
Bei den ersten Geräten, die „Labormechanik Gerstel“ auf den Markt bringt, handelt es sich um Spezialanfertigungen, darunter Photoreaktoren und Diffusionsschweißanlagen sowie Regel- und Überwachungsgeräte für die chemische und pharmazeutische Industrie. Bereits drei Jahre nach Gründung erweitert das Unternehmen sein Leistungsspektrum um die elektrotechnische Komponente: Sie ist notwendig, um chemische Prozesse überwachen und die mechanische Technik fernsteuern zu können. Eberhard Gerstel entwickelt Feuchtefühler und Kontaktthermometer und erhält das erste Patent für die darin installierte Drahtbruchsicherung.

1972

GERSTEL zieht aus der Garage in der Talstraße in ein größeres Ladenlokal in der Mülheimer Möllhofstraße.

1975

Chromatographie – neue Heimat mit Perspektive
Als aussichtsreichen Geschäftszweig entdeckt GERSTEL die Gaschromatographie (GC) für sich, eine Analysentechnik, mit der sich gasförmige und flüchtige Moleküle aus Gemischen wie Luft, Duft-, Aroma- und Schadstoffen auftrennen, sprich: separieren und nach Art, Menge und Zusammensetzung bestimmen lassen. Der Chemieunfall im italienischen Seveso, bei dem Hexachlorophen, ein hochgiftiges Desinfektionsmittel, in die Umwelt gelangte und großen gesundheitlichen Schaden in der Bevölkerung anrichtete, liegt ein Jahr zurück. Die Chromatographie boomt – und wird auch für GERSTEL zum wichtigsten Arbeitsbereich. Das Unternehmen entwickelt eine Dichtungstechnik, GRAPHPACK genannt, mit der sich neue Kapillarsäulen, die eine revolutionäre Trennleistung in kürzerer Analysenzeit bieten, mit herkömmlichen Gaschromatographen (GC) verbinden lassen und die auch bei Temperaturwechseln dicht halten. Die Anwender sind begeistert. Die Innovation kommt an. GERSTELs Bekanntheitsgrad wächst – auch über Ländergrenzen hinweg.

1977

Die Möllhofstraße erweist sich nur als Zwischenstation. Die Zeichen stehen auf Wachstum: GERSTEL wechselt in das vollständig umgebaute Gebäude einer ehemaligen Schreinerei in der Mülheimer Heerstraße.