GERSTEL feiert das 50. Firmenjubiläum

Vom Ein-Mann-Handwerksbetrieb zum international vielbeachteten Technologieanbieter. So lässt sich die GERSTEL-Geschichte in wenigen Worten zusammenfassen. Im Oktober 2017 wird das 50. Firmenjubiläum gefeiert.

Eberhard Gerstel, Jahrgang 1927, verheiratet und Vater dreier Söhne, arbeitet am Max-Planck-Institut (MPI) für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr, Germany. Für die Wissenschaftler dort entwickelt und baut der handwerklich talentierte und einfallsreiche Feinmechanikermeister Messgeräte und Laborapparaturen. Die Nachfrage nach ausgefeilter Messtechnik ist immens – nicht nur im MPI. Ausgestattet mit einer viel praktischer Erfahrung und dem Mut dessen, der es jetzt wissen will, wechselt Eberhard Gerstel 43-jährig im Jahr 1967 aus dem Angestelltenverhältnis in die Selbständigkeit. In einer zur Werkstatt umgebauten Doppelgarage in der Talstraße in Mülheim gründet er die Firma „Labormechanik Gerstel“.

Sich der eigenen Wurzeln erinnern

Die ersten Geräte, die Eberhard Gerstel baut, sind Sonderanfertigungen. Sein feinwerktechnisches Know-how genügt zunächst, um die Kundenwünsche zu erfüllen. Doch der Fortschritt kennt keinen Stillstand. Drei Jahre nach der Firmengründung hat Eberhard Gerstel bereits vier Mitarbeiter, darunter Experten für elektronische Steuerungstechnik. Dieser Trend ist unverkennbar. Gerstel entwickelt Feuchtefühler und Kontaktthermometer und erhält das erste Patent; rund 150 Patente werden es insgesamt sein, die das Unternehmen bis 2017 anmeldet. Mitte der 1970er Jahre entwickelt sich Gaschromatographie (GC) zum Hauptbetätigungsfeld für GERSTEL. Den Einstieg findet der Unternehmer mit einer patentierten Dichtungstechnik und speziellen Probeneinlassventilen. Eberhard Gerstel gelingt es, eine zentrale Schwachstelle gängiger Gaschromatographen auszumerzen und deren Empfindlichkeit zu steigern. Sein „PTV-Injektor“ wird zum weltweit erfolgreichsten Angebot für die Kaltaufgabe von Proben in der Gaschromatographie. Die Anforderungen an Gerstel steigen. Messtechnik alleine genügt nicht mehr, auch methodologische Unterstützung ist gefragt. Gerstel stellt die ersten Chemieingenieure ein, 30 Mitarbeiter zählt das Unternehmen inzwischen; Chemiker und Wissenschaftler anderer Fakultäten folgen, viele mit Promotion – um den Kunden auf Augenhöhe zu begegnen. Technologietransfer erweist sich als Schlüssel zum Erfolg.

Richtungsweisende Entscheidungen

Das Unternehmen erweitert seine eigene Laborkapazitäten und geht strategische Kooperationen ein, etwa 1986 mit Agilent Technologies, einem der weltweit führenden Hersteller von Gaschromatographen und Detektoren; damals unter dem Namen Hewlett-Packard firmierend. Erstmals ist GERSTEL in der Lage, Kunden eigene analytische Komplettlösungen anzubieten. 1998 überträgt Eberhard Gerstel Senior die Lenkung der Firma seinen Söhnen Eberhard. G. Gerstel und Holger Gerstel sowie seinem langjährigen Mitarbeiter Ralf Bremer, die auf Basis eines soliden Fundaments das Wachstum des Unternehmens forcieren – insbesondere international. Bereits 1994 war in den USA die erste Tochtergesellschaft, die GERSTEL Inc., an den Start gegangen. 2000 wird die GERSTEL AG in der Schweiz gegründet, 2004 die GERSTEL K.K. in Japan und 2010 die GERSTEL LLP in Singapur. In rund 70 Ländern der Erde hat das Unternehmen Vertretungen. Um die Jahrtausendwende folgt GERSTEL den Trend zur Automatisierung und Miniaturisierung im Labor und baut seine Software-Kompetenz aus. Das Unternehmen entwickelt sich zu einem weltweit führenden Anbieter von innovativen Lösungen für die automatisierte Probenvorbereitung und Probenaufgabe in der GC/MS und LC/MS. 50 Jahre nach der Firmengründung haben GERSTEL-Lösungen ihren festen Platz beim Nachweis organischer Spurenverbindungen in den unterschiedlichsten Matrices und Anwendungsfeldern, in allen Industriezweigen wie auch in der Forschung oder in Lebensmittel- und Umweltüberwachungsämtern. GERSTEL steht für höchste Effizienz und Produktivität.

Auch in Zukunft richtungsweisend

Die Marktposition des Unternehmens zu erhalten und zu stärken, wird auch das Ziel der nächsten Generation von Führungskräften sein, die bei GERSTEL heranreift, darunter die Enkel des Gründers. Auch auf sie hat Eberhard Gerstel Senior, der 2004 im Alter von 77 Jahren verstorben ist, sein wohlwollendes Auge gerichtet: Von einer Steele aus, die ihm zu Ehren auf dem Eberhard-Gerstel-Platz errichtet wurde und die sein Antlitz trägt, blickt der Gründer auf den Firmensitz. Dort, am Eberhard-Gersel-Platz 1 wird das Jubeljahr gebührend gefeiert. Markante Punkte bilden ein Tag der offenen Tür am 8. Juli 2017, Anwenderseminare im In- und Ausland sowie eine Gala in der Stadthalle in Mülheim an der Ruhr. Einen glorreichen Abschluss findet das Jubiläumsjahr auf der analytica 2018 in München. Über die Highlights in diesem Jahr werden wir zu gegebener Zeit berichten.